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International

Zwei Bergdörfer in der Surselva bieten Kunst mit internationaler Ausstrahlung

Unter dem Ahorn in Trun machen wir auf der Exkursion „Aufbruch“ halt, dort also wo der Obere oder Graue Bund 1424 gegründet wurde. Der Aufbruch seit der Gründung ist deutlich zu hören: Die Oberalp-Strasse, die am Ehrenhof vorbei führt, ist stark befahren. Giusep Decurtins, der uns einige der Kostbarkeiten von Trun zeigt, ist kaum zu hören.

Doch uns interessiert nicht der technische Aufbruch, sondern der künstlerische.

Ausgangspunkt ist der Waltensburger Meister. Seine Fresken zählen nach dem Kunsthistoriker Alfons Raimann „zu den besten Leistungen hochgotischer Kunst nördlich der Alpen“. Vor rund 700 Jahren ist sein Meisterwerk, die Passion in der Kirche von Waltensburg/Vuorz, entstanden. Es fügt sich stimmungsvoll in den Kirchenraum ein. Als Ganzes bieten Kirche und Fresken auch im 21. Jahrhundert eine beeindruckende Einheit. Sich die Wirkung auf die Menschen im 14. Jahrhundert vorzustellen, ist ein interessanter, aber wohl vergeblicher Versuch – zu gross ist die zeitliche Distanz.

Nach dem Mittagessen in Waltensburg geht’s nach Trun. Unterwegs bemerken wir einige weitere Zeichen des Aufbruchs, vor allem aus dem Beginn des 20. Jahrhunderts: Wasserversorgung, Stromproduktion, Verbauung des Rheins etwa. Oder dass wir in einer Viertelstunde in Trun sind statt in einem halben Tag.

Ziel „im Herz der Surselva“ – wie sich Trun selbst nennt - ist die begehbare Skulptur „Ogna“ von Matias Spescha (1925 – 2008), Maler, Bildhauer und Grafiker aus Trun von internationalem Rang. Die äussere Begrenzung der Skulptur bilden zwei verschobene Halbkreise, aus 5,5 Meter hohen Betonwänden auf der grünen Wiese neben der Ogna, dem Erlenwald entlang des Rheins, errichtet und 2013 eröffnet. Im Innern der 48 Meter langen und 30 Meter breiten Skulptur sind die Wände teilweise mit grossen Wandmalereien von Matias Spescha bemalt. Auf dem Kiesbelag stehen zudem zwei Metallplastiken des Künstlers.

Auch von diesem abstrakten Kunstwerk geht eine starke Wirkung aus, die mehrere Sinne anspricht. Die Skulptur lädt ein sie zu begehen, zu entdecken, aus verschiedenen Perspektiven wahrzunehmen. Konkret wird das Kunstwerk im Gegensatz zwischen der Betonskulptur und der über dem künstlich geschaffenen Horizont auftauchenden Natur mit Bergen und Wolkenspiel am Himmel.

Vor und nach dem Besuch der „Ogna“ zeigt uns Giusep Decurtins weitere Besonderheiten von Trun, unter anderem originale Werke von Alois Carigiet, ebenfalls international bekannter Künstler aus diesem Bergdorf.

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